Benzin ade - wer wird der neue Tiger im Tank?
Jedem Autofahrer treibt die Reserveanzeige Sorgenfalten ins Gesicht.
Wenn sie aufleuchtet, müssen Autofahrer immer tiefer in die Tasche greifen.
Bereits heute werden jeden Tag 82 Millionen Barrel Öl verbraucht - Tendenz
steigend. Auf der anderen Seite kann die Produktion seit Jahren nicht mehr mit
dem Verbrauchswachstum Schritt halten, was ein sicherer Indikator dafür
ist, dass der Traum vom billigen Öl und damit bezahlbaren Benzin oder
Diesel langsam aber sicher ausgeträumt ist. Da die aktuellen Reserven
jedoch schwer abschätzbar sind, sollten wir uns eher die Frage stellen,
wie lange wir noch vom Erdöl abhängig sein möchten. Wie lange
möchten wir uns steigende Ölpreise noch leisten? Wieviel
Umweltverschmutzung und von konventionellen Kraftstoffen verursachte Abgase
sind wir noch gewillt hinzunehmen? Mit steigenden Kraftstoffpreisen und
gleichzeitig immer ökonomischeren Alternativen verliert Benzin, der
traditionelle "Tiger im Tank", zusehends an Attraktivität und
wird von einer zunehmenden Anzahl von Autofahrern abgelehnt. Doch welche echten
Alternativen bieten sich an? Welche neuen Kraftstoffe haben das Potenzial den
gewaltigen Bedarf an Benzin und Diesel vollständig zu decken?
Eine weitere Frage stellt sich, ob es nur für unsere
Neuwagen alternative Antriebsquellen gibt. Wir können sie auch bei anderen Kraftfahrzeugen nutzen, weil neue Antriebstechnologien auch für kleinere und größere Motoren funktionieren. Allerdings brauchen alternativ angetriebene Kraftfahrzeuge zusätzliche oder größer dimensionierte Motorkomponenten, die gerade bei einem Moto schwierig zu integrieren sind. Es gibt aber einige Motorradmodelle, die mit
LPG (Liquefied petroleum gas), also Flüssiggas betrieben werden. Viel seltener sind dieselbetriebene Zweiräder, weil Dieselmotoren sehr heiß werden und zumindest beim Start sehr viel Strom aus der Batterie ziehen, die bei kleinen Kraftfahrzeugen natürlich nicht so groß ausgelegt wird. Erste Konzeptmodelle verschiedener Hersteller fahren auch mit
Brennstoffzellenantrieben. Aber wir werden noch warten müssen, bis wir alternative Brennstoffe für Roller und Motorräder zu einem erschwinglichen Preis nutzen können. Viele alternative und umweltfreundliche Antriebe werden für alle Kraftfahrzeuge staatlich durch Steuervergünstigungen und Subventionen unterstützt, aber gibt es dadurch schon jetzt erschwingliche und vernünftige Alternativen für uns als normale Kraftfahrzeugnutzer?
Bereits heute gibt es verheißungsvolle Alternativen mit denen sowohl die
Umwelt als auch die Autofahrer besser fahren und zudem unabhängiger von
schwankenden Ölpreisen sind. Einige dieser Alternativen, wie etwa LPG
(liquified petroleum gas) sind in vielen Nachbarländern schon
altbewährt, hierzulande aufgrund mangelnder politischer Unterstützung
jedoch den meisten Autofahrern immer noch kein Begriff. Eine aktuelle
Marktstudie besagt zum Beispiel, dass etwa der Verkauf von Hybrid- und Elektroautos bis zum Jahre 2020 auf ca. 5,2 Millionen Einheiten steigen wird. Dies macht allerdings nur ungefähr 7,3 Prozent der Anzahl verkaufter Personenwagen im Jahre 2010 aus. Laut Schätzungen betrugen diese weltweit etwa 70,9 Millionen. Im Jahre 2010 belief sich der Verkauf solcher Elektro- und/oder Hybridfahrzeuge auf gut 950.000 Einheiten. Die Studie "
Automotive Landscape 2025" hingegen zeichnet einen positiveren Trend hin zu alternativen Kraftstoffen. Andere alternative
Kraftstoffe wie der Wasserstoffantrieb sind heute noch Zukunftsmusik, haben
aber das Potenzial Benzin und Diesel nachhaltig abzulösen. Auf den
nächsten Seiten stellen wir Ihnen die Alternativen samt ihren Vor- und
Nachteilen vor.
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